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Privatpilotenlizenz für Motorflugzeuge: Erwerb und Verlängerung

Leistungsbeschreibung

Mit einer Privatpilotenlizenz (PPL(A)) erwerben Sie die Berechtigung, Flüge mit Motorflugzeugen nach Sichtflugregeln und zu privaten Zwecken durchzuführen.

Hinweis:
Die Durchführung von gewerblichen Flügen ist mit dieser Lizenz nicht erlaubt.

Insoweit stehen 3 verschiedene Lizenzen zur Auswahl:

  • die europäischen Lizenzen des PPL(A) und
  • die Leichtluftfahrzeuglizenz (LAPL(A)) nach VO (EU) Nr. 1178/2011 sowie
  • die internationale PPL(A) nach JAR-FCL.

Der nicht ICAO-konforme LAPL(A) berechtigt zum Fliegen als PIC innerhalb der EASA-Mitgliedstaaten mit einmotorigen Landflugzeugen mit Kolbentriebwerk oder TMG mit einer höchstzulässigen Startmasse von 2.000 kg und einer Beförderung bis zu 3 Personen. Mit den ICAO-konformen Privatpilotenlizenzen PPL(A) nach VO (EU) Nr. 1178/2011 und JAR-FCL können Sie Motorflugzeuge im internationalen Raum führen.

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich beispielhaft auf die Lizenz für Privatpiloten (Flugzeuge) nach VO (EU) Nr. 1178/2011:

Verfahrensablauf

Melden Sie sich zur Ausbildung bei einer zugelassenen Ausbildungsorganisation an. Dort können Sie die für die Prüfung erforderlichen Theorie- und Praxisübungen absolvieren.

Nach Abschluss der Ausbildung müssen Sie eine theoretische und praktische Prüfung vor der Luftfahrtbehörde (Regierungspräsidium) ablegen.

 

An wen muss ich mich wenden?

Das Regierungspräsidium, in dessen Bezirk sich die zugelassene Ausbildungsorganisation befindet.

Um die zuständige Stelle für Ihren Ort zu finden, geben Sie bitte im oberen Ortssuchfeld Ihren Gemeindenamen an. » zur Ortssuche

Voraussetzungen

  • Mindestalter: 16 Jahre bei Ausbildungsbeginn, 17 Jahre bei Lizenzerwerb
  • fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis Klasse II
  • erfolgreiche Teilnahme an einer Ausbildung in Sofortmaßnahmen am Unfallort
  • Prüfung der theoretischen Kenntnisse
  • Praktische Flugausbildung: mindestens 45 Stunden, davon 10 überwachte Alleinflüge und 25 mit Fluglehrer
  • Lehrgang Funksprechzeugnis
  • Zuverlässigkeitsnachweis nach § 4 Luftverkehrsgesetz und § 7 Luftsicherheitsgesetz

Welche Unterlagen werden benötigt?

In der Regel benötigen Sie zur Anmeldung bei der zugelassenen Ausbildungsorganisation folgende Unterlagen:

  • Lichtbild
  • Kopie des Personalausweises oder Reisepasses
  • Kopie des fliegerärztlichen Tauglichkeitszeugnisses Klasse II
  • Antrag auf Durchführung einer Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz
  • Führungszeugnis
  • Auszug aus dem Fahreignungsregister (vorher: Verkehrszentralregister)

Welche Gebühren fallen an?

Die Kosten richten sich danach, bei welcher Organisation Sie ihre Privatpilotenlizenz beginnen und für welche Fluggeräte Sie diese erwerben wollen.

Welche Fristen muss ich beachten?

Für den Erwerb der Privatpilotenlizenz sollten Sie einen Zeitraum von 3 Monaten bis 2 Jahren einplanen.

Die Abnahme der praktischen Prüfung muss spätestens 24 Monate nach bestandener Theorieprüfung erfolgen.

Die Lizenz ist unbefristet gültig. Die in der Lizenz eingetragenen Klassenberechtigungen (z. B. einmotorige kolbengetriebene Landflugzeuge – SEP) haben allerdings eine Gültigkeit von 24 Monaten, im Übrigen 12 Monate.

Um Ihre Klassenberechtigung für einmotorige Flugzeuge zu verlängern, müssen Sie

  • innerhalb der letzten 3 Monate vor Ablauf der Gültigkeit Ihrer Berechtigung eine Befähigungsüberprüfung in der entsprechenden Klasse gemäß Anlage 9 der VO (EU) Nr. 1178/2011 absolvieren oder
  • innerhalb der letzten 12 Monate vor Ablauf der Gültigkeit Ihrer Berechtigung mindestens 12 Flugstunden entweder in einer der beiden Klassen oder in beiden Klassen insgesamt nachweisen. Darin müssen enthalten sein:
    • 6 Stunden Flugzeit als verantwortlicher steuernder Pilot,
    • 12 Starts und 12 Landungen und
    • ein Übungsflug von mindestens einer Stunde Dauer mit einem Fluglehrer (FI(A)) oder einem Lehrer für Klassenberechtigungen (CRI(A)).
      Dieser Flug kann durch jede andere Befähigungsprüfung oder praktische Prüfung für eine Klassen- oder Musterberechtigung ersetzt werden.

Fachlich freigegeben durch

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Fachlich freigegeben am

03.07.2013