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Elterngeld/Elterngeld Plus

Leistungsbeschreibung

Das Elterngeld ist ein zentrales Element einer Neuausrichtung der familienpolitischen Leistungen der Bundesregierung. Ein abgestimmter Dreiklang aus unterstützender Infrastruktur, einer familienbewussten Arbeitswelt und gezielter finanzieller Förderung, die den unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen von Familien folgt, verbessert die Chancen für Familien. In diesem Dreiklang zielt das Elterngeld darauf ab, Menschen in ihrem Wunsch nach einem Leben mit Kindern zu unterstützen und Eltern und Kinder besser und dauerhaft finanziell abzusichern.

Mit dem Elterngeld unterstützt der Staat Väter und Mütter, die sich im ersten Lebensjahr des Neugeborenen vorrangig der Betreuung ihres Kindes widmen wollen. Mit dem Gesetz zur Einführung des ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexiblen Arbeitszeit haben Eltern von Kindern, die ab dem 01. Juli 2015 geboren sind, die Möglichkeit, zwischen dem Bezug von ElterngeldPlus und dem bisherigen Elterngeld (Basiselterngeld) zu wählen oder beides zu kombinieren.

Elterngeld – Basiselterngeld

Eltern können ab der Geburt eines Kindes bis zu 14 Monate Elterngeld (Basiselterngeld) erhalten. Sie können sich untereinander aufteilen, wer wie lange zu Hause bleiben möchte. Wenn zwei Elternteile die Betreuung und Erziehung des Kindes übernehmen, kann ein Elternteil allein maximal zwölf Monate das Elterngeld (Basiselterngeld) in Anspruch nehmen. Zwei weitere Monate sind dem Partner vorbehalten (Partnermonate).

Alleinerziehende können, sofern  sie eine Minderung ihres Erwerbseinkommens geltend machen können und die Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag nach § 24b EStG erfüllen,  14 Monate (Basis-)Elterngeld  in Anspruch nehmen.

ElterngeldPlus

ElterngeldPlus richtet sich vor allem an Eltern, die früher in den Beruf zurückkehren möchten. Es berechnet sich wie das Basiselterngeld, ersetzt den wegfallenden Teil des Einkommens, höchstens jedoch bis zur Hälfte des monatlichen Basiselterngeldes, das ohne Teilzeiteinkommen zustünde und wird für den doppelten Zeitraum gezahlt: ein (Basis-)Elterngeldmonat = zwei ElterngeldPlus-Monate. Damit verlängert sich der Bezugszeitraum über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus. Der Bezug von ElterngeldPlus ist auch ohne gleichzeitige Teilzeittätigkeit möglich.

Eltern, die sich gemeinsam um ihr Kind kümmern, können zusätzlich 4 sog. Partnerschaftsbonusmonate in Anspruch nehmen. Hierfür müssen die Voraussetzungen zum Bezug von Elterngeld erfüllt sein und beide Elternteile müssen an 4 aufeinander-folgenden Monaten zeitgleich zwischen 25 – 30 Wochenstunden erwerbstätig sein.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Anspruch haben Mütter und Väter, die:

  • ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind
  • mit ihren Kindern in einem Haushalt leben
  • einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben

Elterngeld wird für Lebensmonate des Kindes gewährt. Der Lebensmonat beginnt mit dem Tag der Geburt und endet im folgenden Monat am Vortag des Geburtstages.

Für angenommene Kinder mit dem Ziel der Annahme aufgenommene Kinder gibt es ebenfalls Elterngeld. Anstelle des Geburtstages richtet sich hier der Anspruchsbeginn nach dem Zeitpunkt, von dem an das Kind in den Haushalt aufgenommen wird. Der Anspruch besteht maximal bis zum 8. Geburtstag des Kindes.

Auszubildende und Studierende

Auch Auszubildende und Studierende erhalten Elterngeld. Die jeweilige Ausbildung muss nicht unterbrochen werden.

Höhe des Elterngeldes

Das Elterngeld (Basiselterngeld und ElterngeldPlus) orientiert sich an der Höhe des monatlichen Nettoeinkommens. Es gleicht das entfallende Einkommen mit einer Ersatzrate aus, die nach der Höhe des Einkommens vor der Geburt des Kindes gestaffelt ist. Das entfallende Einkommen wird bei einem maßgeblichen Nettoeinkommen

  • von 1.240 Euro und mehr zu 65 Prozent
  • von 1.220 Euro  zu 66 Prozent und
  • zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro zu 67 Prozent

ersetzt.

Geringverdienende Eltern, deren Einkommen weniger als 1.000 Euro vor Geburt des Kindes beträgt, werden zusätzlich durch die Erhöhung der Ersatzrate unterstützt.

Das Basiselterngeld beträgt mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Das Elterngeld Plus beträgt mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro.

Das Basiselterngeld beträgt auch für nichterwerbstätige Elternteile mindestens 300 Euro monatlich, das Elterngeld Plus 150 Euro.

Familien mit zwei Kindern, die das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder mit drei oder mehr Kindern, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten zusätzlich einen Geschwisterbonus. Dieser beträgt 10 Prozent des Elterngeldanspruches, mindestens jedoch 75 Euro.

Für Mehrlingsgeburten ab 01. Januar 2015 erhalten Eltern im Basiselterngeldbezug einen Mehrlingszuschlag von jeweils 300 Euro und im ElterngeldPlus-Bezug von jeweils 150 Euro für jedes weitere Mehrlingsgeschwisterkind.

 

Wann ist ein Anspruch auf Elterngeld ausgeschlossen?

Ein Anspruch auf Elterngeld ist ausgeschlossen, wenn die Einkommensgrenze  überschritten wird. Alleinerziehende, die im letzten Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 250.000 Euro hatten, haben keinen Anspruch auf Elterngeld. Für Elternpaare (es gilt auch eine eheähnliche Gemeinschaft und eine eingetragene Lebenspartnerschaft) entfällt der Elterngeldanspruch, wenn sie im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro hatten.

Anrechnung von Elterngeld

Elterngeld wird grundsätzlich vollständig auf die Grundsicherungsleistungen (Arbeitslosengeld II-„Hartz IV“, Sozialhilfe und Kinderzuschlag) als Einkommen angerechnet, also auch in Höhe des Mindestbetrages in Höhe von 300 Euro (Basiselterngeld) bzw. 150 Euro (ElterngeldPlus).

Alle Elterngeldberechtigten, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag beziehen und die vor der Geburt Ihres Kindes erwerbstätig waren, erhalten einen Elterngeldfreibetrag. Er beträgt höchstens 300 Euro im Basiselterngeld-Bezug und höchstens 150 Euro im ElterngeldPlus-Bezug.

An wen muss ich mich wenden?

Das Elterngeld muss schriftlich bei den Elterngeldstellen der Hessischen Ämter für Versorgung und Soziales, in deren Bereich die Eltern ihren Wohnsitz haben, beantragt werden. Das aktuelle Antragsformular ist unter www.familienatlas.de in der Rubrik Elterngeld-Formulare erhältlich.

Um die zuständige Elterngeldstelle für Ihren Ort zu finden, geben Sie bitte im oberen Ortssuchfeld Ihren Wohnort (Gemeindenamen) an.    

Um die zuständige Stelle für Ihren Ort zu finden, geben Sie bitte im oberen Ortssuchfeld Ihren Gemeindenamen an. » zur Ortssuche

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Elterngeldantrag
  • Geburtsurkunde mit dem Verwendungszweck „Zur Beantragung von Elterngeld“
  • Bescheinigung der gesetzlichen Krankenkasse über die Dauer der Schutzfrist und die Höhe des Mutterschaftsgeldes; ggf. Negativbescheinigung
  • Verdienstbescheinigungen
  • Bescheinigung der Ausländerbehörde bzgl. des Aufenthaltsstatus
  • Erklärung zum Einkommen
  • Arbeitgeberbescheinigung über die gewährte Elternzeit
  • Nur bei Beantragung des Geschwisterbonus: Kopie der Geburtsurkunde und Kindergeldnachweis für weitere Kinder

Welche Gebühren fallen an?

Die Informationen zum Elterngeld  sowie die persönliche Beratung im Rahmen der Antragstellung bei den Elterngeldstellen der hessischen Ämter für Versorgung und Soziales sind kostenlos.

Welche Fristen muss ich beachten?

Das Elterngeld wird rückwirkend nur für die letzten 3 Monate vor Beginn des Monats geleistet, in dem der Antrag auf Elterngeld eingegangen ist

Bemerkungen

Servicetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): 

Tel.: +49 30 201 791 30, Mo-Do von 9.00 – 18.00 Uhr

 

Fachlich freigegeben durch

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Fachlich freigegeben am

16.08.2016